Die Rasse Britisch Kurzhaar
Die Britisch Kurzhaar (abgekürzt: BKH, Englisch: British Shorthair) ist eine Rassekatze. Die Rasse ist seit Ende des 19. Jahrhunderts bekannt und wird seit über 100 Jahren gezielt gezüchtet. Eng mit den Britisch Kurzhaar-Katzen verwandt ist die Europäisch Kurzhaar.
Allgemeines
Ende des 19. Jahrhunderts wurden in England die ersten Katzen der Rasse British Shorthair ausgestellt, die man aus der Kreuzung besonders typvoller englischer Hauskatzen mit Perserkatzen gewonnen hatte. Die blaue Britisch Kurzhaar wird im Volksmund - aber zu Unrecht und irreführend - auch Kartäuser genannt und in manchen Zuchtvereinen auch unter diesem Namen geführt.
Aussehen
Die Britisch Kurzhaar-Katzen haben ein kurzes und dichtes Fell, das nicht zu weich ist ("crispy"). Es zeichnet sich durch sehr viel Unterwolle aus, so dass es leicht aufspringt. Die Pflege des weichen und plüschigen Fells der BKH ist relativ einfach: Einmal wöchentlich bürsten reicht aus; nur während des Härens sollte man öfter (1 x pro Tag) bürsten. Aufgrund der Tatsache daß u.a. zur Fellverbesserung Perser eingezüchtet wurden, sind ab und zu langhaarige Briten im Wurf. Sie haben lediglich halblanges Haar (auch mit Unterwolle wie die BKH, aber kein seidiges Fell wie Perser) und werden dann Highlander, Lowlander genannt.
Britisch Kurzhaar-Katzen sind muskulös und kraftvoll gebaut, ihre Beine kurz und stämmig, die Pfoten groß und rund, der Schwanz etwas kürzer als üblich. Alles an ihr ist rund: die breite Brust, der Kopf, die breit gesetzten kurzen Ohren, so wie die großen ausdrucksstarken Augen. BKH-Katzen entwickeln sich eher langsam. Die volle Grösse wird erst mit bis zu 2 Jahren erreicht. Ein normal entwickelter Kater wird bis zwischen 7 und 8 kg schwer, Katzen werden zwischen 5 und 7 kg schwer. Die Farbe der Augen ist orange oder kupferfarbig, bei den Silbervarietäten meist grün.
Bis heute kennt man über 50 Farbvariationen der Britisch Kurzhaar.
Diese lassen sich in die Kategorien Vollfarben, Bicolour und Point. Des Weiteren gibt es noch die bekannte Tabby Zeichnung, wie sie beispielsweise die Whiskas Katze hat. Zu den Vollfarben zählen, Weiß, Schwarz, Blau, Chocolate, Lilac, Cinnamon, Fawn, Rot und Creme. Diese Farben werden bei den Bicolour und Point Varianten mit Weiß kombiniert. Die beliebtesten und bekanntesten Farb-Variationen sind: Blau (oft als Karthäuser bezeichnet) und Silber-Tabby in Classic und Spotted
Wesen und Eigenschaften
Die gemütlichen Briten lieben die Geselligkeit in Maßen und sind ruhige, angenehme Hausgenossen. Sie mögen es, gestreichelt zu werden, allzu intensiv-aufdringliche Liebesbezeugungen seitens ihres Besitzers sind ihnen aber oft ein wenig zu viel. Sie möchten gerne selbst entscheiden, wann mit wem wie viel geschmust wird. Ihre Stimme ist lieblich und leise. Wegen ihres gleichmäßigen Temperaments eignen sie sich sehr für die reine Wohnungshaltung, sind aber dennoch dankbar, wenn sie Zugang zu einem gesicherten Balkon haben, um ein wenig behaglich in der Sonne zu liegen. Durch ihren kompakten Körperbau neigen sie leicht zu Übergewicht und sollten nach der Kastration deshalb von ihrem Besitzer vermehrt zum Spielen aufgefordert werden, damit sie in Form bleiben.
Die Kätzinnen sind gute Mütter, die ihre zum Teil großen Würfe spielend aufziehen und ernähren. Die frohwüchsigen Jungtiere machen dem Züchter viel Freude, ernste Probleme gibt es selten.
Abgrenzung zur Kartäuser
Die Vermischung von Kartäusern, Britisch Kurzhaar und Persern führte dazu, dass im Jahr 1970 der europäische Katzenzuchtverband FIFe zu den Ausstellungsklassen “Kartäuser” für alle blauen Kurzhaarkatzen und “Britisch Kurzhaar” für alle anderen blauen Kurzhaarrassen diesen Ursprungs einführte. Erst nach langen Protesten der Kartäuserzüchter wurde diese Einteilung 1977 wieder zurückgenommen. Seitdem dürfen blaue Britisch Kurzhaar eigentlich nicht mehr als Kartäuser bezeichnet werden, auch wenn einige Züchter vielleicht aus monetärem oder elitärem Denken heraus an dieser exotischer klingenden Bezeichnung festhalten.
Doch man kann heute die blaue Britisch Kurzhaar nicht mehr mit der echten Kartäuserkatze, der Chartreux bzw. Kartäuser verwechseln, da sie sich, bedingt durch gezielte Zucht, vor allem optisch von der echten Kartäuser unterscheidet.
Die eingekreuzten Perserkatzen bewirken, dass der Körperbau der Britisch Kurzhaar massiv, kurz und gedrungen ist, während die Figur der echten Kartäuser eher einer naturbelassenen Hauskatze entspricht. Die Britisch-Kurzhaar-Katze ist eher ruhig und vor allem im Vergleich mit Orientalen nicht zu lebhaft.
Quellen:
Eva-Maria Götz und Gesine Wolf: Britisch Kurzhaar & Co. Kurzhaarkatzen. Verlag Ulmer Stuttgart, 1999;
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